Nacktschnecken
Halbnackt12Cut1Web

Normale Nacktschnecken hat jeder schon gesehen, daß es aber auch “halbnackte” nur mit Tanga-Slip bekleidete gibt, wird mit diesem skandalösen Foto dokumentiert. Wenn man sehr nahe an den Erdboden herangeht oder gar eine Lupe  benutzt, entdeckt man außerirdisch anmutende Lebensformen. Dieses Exemplar ist nur 1 cm lang.

Limax12k

Limax-Arten, wie der in Deutschland vorkommende Schnegel, werden im Gegensatz über 15 cm lang. Sie paaren sich an einem Schleimfaden hängend. In Fachbüchern gibt es bisher nur eine Zeichnung von diesem phänomenalen Liebesspiel.

2003 ist uns in unserm Garten, das hier gezeigte Foto gelungen. (Alle Rechte bei Peter Leonhardt)

 

Es gibt viele Arten von Nacktschnecken, aber kaum jemand hegt Sympathien für sie. Das liegt nicht nur an Äußerlichkeiten.

Nacktschnecken gehören zu den Lieblingsfeinden des Hobby-Gärtners und aus seiner Sicht nicht zu Unrecht. Seit der Mensch das natürliche Gleichgewicht so nachhaltig gestört hat, wurden sie zu einer Plage.

Die Frage, wie man mit diesem Problem umgehen soll, ist für Tierschützer besonders schwer zu beantworten. Wir können aber nicht einfach so tun, als ob es das Nacktschneckenproblem nicht gäbe, und deshalb will ich hier wenigstens die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bekämpfungsmethoden erläutern. Für welche man sich entscheidet, ist letztenendes immer eine Gewissensfrage, denn es geht um das Töten von Tieren. Zuerst sollten wir uns vor Augen halten, daß wir in dieser Welt keinen Schritt und keinen Atemzug machen können, ohne andere Lebewesen zu töten. Es ist also auch eine Frage der Notwendigkeit und der Folgen.

Wer einen Garten bestellen und pflegen will, wird unvermeidlich auch töten. Je “gepflegter” der Garten ist, umso mehr muß der Gartenfreund (der selten ein Tierfreund ist) töten. Insekten, Raupen, Würmer, Mäuse, Schnecken und alles andere, was der Gärtner als “Schädling” eingestuft hat.

Gehäuseschnecken, wie die Weinbergschnecke und die kleineren gelben, gestreiften und braunen Schnirkelschnecken, richten im Garten keinen beträchtlichen Schaden an.

Es sind die in Massen auftretenden, besonders gefräßigen, roten, braunen und schwarzen Nacktschnecken, die über Nacht ganze Beete vernichten können und damit die Todesstrafe, auch für viele “Unschuldige”, heraufbeschwören.

Zu diesem Thema habe ich ein sehr nützliches Buch entdeckt: Ursachen und Bekämpfung der Schneckenplage von Rudolf Kring.
Es ist kompetent recherchiert, praktisch anwendbar, unsentimental aber nicht gefühlslos, vermutlich das beste Buch zum Thema. Ein Buch für 9,12 Euro, das jeder Gartenfreund im Bücherschrank haben sollte. ISBN 3-8311-1638-5

Wer das nicht investieren will oder dringende Hinweise braucht, sollte folgende Minimalkenntnisse beherzigen:

Hier also eine Liste der Methoden und deren Auswirkungen:

1. Schneckenkorn tötet nicht nur alle Schnecken (also auch die harmlosen Gehäuseschnecken), sondern - je nach Wirkstoff - auch ihre Fressfeinde, wie Igel, Maulwürfe, fast alle Froschlurche und einige Vogelarten werden schwer geschädigt. Das Sterben durch Schneckenkorn ist besonders qualvoll und kann sich über mehrere Tage hinziehen. Es ist die Methode mit den schlimmsten negativen Auswirkungen.

2. Schneckenfallen, wie sie im Handel erhältlich sind, oder auch einfache “Bierfallen” sind nicht effizient und sie locken Schnecken auch aus den Nachbargärten herbei. Außerdem ist “ertrinken” auch für Schnecken qualvoll.

3. Durchschneiden mit Spachtel oder Schere wird häufig empfohlen. Dazu muß man aber schon sehr gefühllos sein. Wenn man dann auch noch die toten Schnecken liegen läßt, lockt das kannibalische Artgenossen herbei und die Plage wird größer.

4. Absammeln ist besonders effizient, wenn man im Boden eine Furche zieht, die man mit einem Brett abdeckt. Die Plagegeister glauben dort nach verrichteter Arbeit gut versteckt zu sein und ahnen nicht, daß am nächsten Morgen der böse Mensch kommt und sie einfach einsammelt. Bleibt nur das Problem: wohin damit?

Wir haben mit folgender Methode gute Erfahrungen gemacht: Ein Komposthaufen bietet alles, was ein Nacktschneckenherz begehrt. Sie zeigen dann keine Neigung zu größeren Wanderungen, und die Nutz- und Zierpflanzen bleiben verschont.

Experten raten davon ab, die Schnecken in der Natur freizulassen und nennen triftige Gründe, aber was tun? Nicht empfehlen würde ich die gängige Paxis, des Übergießens mit kochender Seifenlauge. Das ist sicher ein schlimmer Tod. Wenn ein Igel die Schnecke auf der Erde knetet und wälzt, um den Schleim zu entfernen, oder wenn ein Vogel sie zerhackt, dann ist das zweifelsfrei auch sehr grausam, aber so ist die Natur. Die Grausamkeiten der Natur sind aber kein Freibrief für menschliche Grausamkeiten. Eine besonders grausame Methode ist das Sammeln von Schnecken in einem Plastikbeutel, der dann verknotet wird damit die Tiere ersticken. Die “Entsorgung” ist und bleibt am Ende eine persönliche Gewissensentscheidung.

Die Nacktschnecken sind erst durch die vom Menschen verursachten Störungen des natürlichen Gleichgewichtes zur Plage geworden.